Schule unternehmen (2005-2007)

Die Idee

Der erste PISA-Schock Ende 2001 saß tief, und auch in den Folgejahren hielt die Debatte rund um das Thema Schulleistungen an. 

Seither beschäftigten sich hunderte von Bildungsforen mit Schulreformen – doch im Alltag von Stundenplänen, Klausuren und Notenschluss fehlte allen Beteiligten oft die Zeit für und Distanz zu Veränderungen. Die Stiftung und ein Münchner Gymnasium aber wollten sich dem Stillstand widersetzen und selbstständig an Verbesserungen arbeiten. Gemeinsam wollte man „Schule unternehmen“.

Das Projekt

Lehrer und Schüler des Städtischen Luisengymnasiums in München widersetzten sich seit dem Schuljahr 2005/06 der allgemeinen Ratlosigkeit und entwickelten und erprobten mit Unterstützung der Stiftung und außerschulischen Experten den Neustart an ihrer Schule: Ziel war es, den Wandel zu einer gebundenen Ganztagsschule zu meistern. Finanzierung, Selbstverständnis, Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt der Unterricht selbst standen auf dem Prüfstand. 

Im Frühjahr 2005 hatte die Stiftung in Zusammenarbeit mit der BMW Group damit begonnen, zur Unterstützung des Umwandlungsprozesses ein Netzwerk aus kompetenten außerschulischen Partnern aufzubauen. So betreute eine erfahrene Change-Management-Spezialistin das Lehrerkollegium, das in unterschiedlichen Arbeitsgruppen intensiv an Themen wie „Unterrichtsmethoden“, „Hausaufgaben“ oder „Schulprofil“ arbeitete. Parallel zur innerschulischen Entwicklungsarbeit entwarfen Innenarchitektur-Studenten der FH Rosenheim ein umfassendes Raumkonzept für die veränderten Anforderungen, u.a. durch die Entwicklung der Ganztagsschule, an das Schulgebäude. 

Nachdem sich die Stiftung aus dem Projekt zurückgezogen hatte, setzte das  Luisengymnasium seinen Veränderungsprozess weiter fort. Strukturen, die gemeinsam geschaffen wurden, wurden von allen Lehrern weiter getragen und spielten bei der Entwicklung neuer Ideen eine wichtige Rolle. Schule unternehmen zeigte, dass tiefgreifende Reformen an einer ‚normalen‘ Schule erfolgreich durchführbar sind - unter realen Bedingungen, ohne elitären Sonderstatus. Wichtig dabei ist: Der Mut zum Handeln und die Freude aller, Verantwortung zu übernehmen.

Die Partner

BMW Group – bodensteiner.fest architekten stadtplaner – Fachhochschule Rosenheim – Judith Bergner, Change-Management-Spezialistin – Krug & Partner Architekten – Ludwig-Maximilians-Universität München

Schule unternehmen - Abgeschlossene Projekte Eberhard von Kuenheim Stiftung